In der letzten Woche konnten wir wertvolle und dringend benötigte Medikamente aus der zweiten Containerlieferung von Deutschland an die Klinik in Seguin verteilen. Das kleine Krankenhaus in den Bergen von Jacmel war nur bedingt funktionsfähig, weil es hauptsächlich an Medikamenten mangelte. Wir hatten nicht alles vorrätig, was dort benötigt wurde, aber wir konnten große Mengen an Antibiotikum, Penicillin und Milchzucker liefern. Das Ärzteteam war überaus dankbar und erfreut.
Des Weiteren haben wir einen medizinischen Einsatz in Seguin durchgeführt. Hier herrschte bereits vor dem Beben größte Not. Über 60 Prozent der Bevölkerung in den ländlichen Gebieten Haitis haben keinen Zugang zur medizinischen Grundversorgung. Heute wird aufgrund der extrem schwierigen hygienischen Verhältnisse eine große Anzahl von Hauterkrankungen hauptsächlich durch das schmutzige Wasser hervorgerufen. Die meisten der Kinder von Seguin leiden an einer eiternden Pilzerkrankung der Kopfhaut. Das ora-Team hat unter Anleitung von fachmedizinischem Personal die Haare der Kinder abrasiert und die Infektionen mit einer Antibiotika-Salbe behandelt.



